DKW-Dreizylindermotoren
Seit den Dreißiger Jahren gab es drei Punkte, welche allen DKW-, später auch AUTO UNION-Fahrzeugen gemein
waren, zum einen das gutes Fahrwerk, der Frontantrieb aber vor allem das Motorgrundkonzept!
DKW baute stets Zweitaktmotoren, vor dem Krieg und in der DKW Meisterklasse F89 bis 1953 mit zwei Zylindern, danach in allen Fahrzeugmodellen mit drei in Reihe sitzenden Zylindern. Ab dem Jahre 1932 verwendeten alle Motoren ein Spülverfahren auf Basis der Schnürle-Umkehrspülung, für welche sich DKW-Begründer J. S. Rasmussen alle Rechte gesichert hatte, und welches sich bis heute als das meistverwendete Spülverfahren für Zweitaktmotoren durchsetzen sollte.
Die DKW-Dreizylinder-Zweitaktmotoren, schon vor dem 2. Weltkrieg für die DKW "Hohe Klasse" geplant aber erst nach dem Krieg mit dem F91 in Serie gegangen, wurden zwischen 1953 und 1968 in annähernd eine Millionen Fahrzeuge eingebaut, wohl mit unterschiedlichem Hubraum und differierender Leistung, stets aber auf der selben Konstruktion basierend.
Alle Motoren hatten einen
Grauguss-Zylinderblock, welchem auf Höhe
der Kurbelwellendrehachse von unten der Kurbelgehäusedeckel mit
Anlasseraufnahme, ebenfalls aus Grauguss, gegengeschraubt wurde. Blöcke und Gehäusedeckel
wurden gemeinsam bearbeitet und bildeten untereinander nicht kombinierbare
Paarungen, welche jeweils mit Kennziffern markiert wurden. Im montierten Block rotierte
die vierfach kugelgelagerte Kurbelwelle, welche das Kurbelgehäuse den Zylindern
entsprechend in drei gasdichte, voneinander getrennte Kurbelräume teilte. Sie
war gepresst, ihre beiden Kurbelwangen je Zylinder dienten als Schwungmasse und
zur Vorverdichtung des angesaugten Gemisches im Kurbelraum. Auf den drei
Hubzapfen waren die Pleuel in Rollenlagern gelagert, oben im Pleuelauge waren
die Leichtmetallkolben mit Überströmfenster im Hemd mit schwimmendem
Kolbenbolzen montiert. An ihren Kopfenden trugen die Kurbelwellen einerseits das
Schwungrad mit Kupplung und Anlasserverzahnung, andererseits die Zündanlage mit
je einem Unterbrecher je Zylinder und drehzahlabhängiger Zündzeitpunktsverstellung per Fliehgewicht. Der von oben mit 8
Schrauben montierte Leichtmetallzylinderkopf hatte halbkugelförmig
ausgeformte Brennräume mit zentral angeordneten Zündkerzen und trug die per
Riementrieb von der Kurbelwelle angetriebene Lüfterwelle.
| Modellbeispiel | Bauzeit | Hubraum | Bohrung x Hub | Verdichtung | max. Leistung | max. Drehmoment |
| DKW F91 | 1953-1957 | 896 ccm | 71 x 76 mm | 1 : 6,5 | 34 PS bei 4000 1/min | 7 mkg bei 2000 1/min |
| DKW F93 | 1955-1957 | 896 ccm | 71 x 76 mm | 1 : 6,5 | 38 PS bei 4200 1/min | 7,25 mkg bei 3000 1/min |
| DKW F93/F94 | 1957-1959 | 896 ccm | 71 x 76 mm | 1 : 7 | 40 PS bei 4250 1/min | 7,5 mkg bei 3500 1/min |
| AUTO UNION 1000 | 1957-1962 | 980 ccm | 74 x 76 mm | 1 : 7,25 | 44 PS bei 4500 1/min | 8 mkg bei 3000 1/min |
| AUTO UNION 1000S | 1959-1963 | 980 ccm | 74 x 76 mm | 1 : 7,25 | 50 PS bei 4500 1/min | 8 mkg bei 3000 1/min |
| AUTO UNION 1000SP | 1958-1965 | 980 ccm | 74 x 76 mm | 1 : 8,2 | 55 PS bei 4500 1/min | 9 mkg bei 3500 1/min |
| DKW Junior | 1959-1962 | 741 ccm | 68 x 68 mm | 1 : 8 bis 8,25 | 34 PS bei 4300 1/min | 6,5 mkg bei 2500 1/min |
| DKW Junior de Luxe | 1961-1963 | 796 ccm | 70,5 x 68 mm | 1 : 7 bis 7,25 | 34 PS bei 4300 1/min | 7,25 mkg bei 2500 1/min |
| DKW F12 | 1963-1965 | 889 ccm | 74,5 x 68 mm | 1 : 7 bis 7,25 | 40 PS bei 4300 1/min | 8 mkg bei 2250 1/min |
| DKW F12 Roadster | 1964/1965 | 889 ccm | 74,5 x 68 mm | 1 : 7,25 bis 7,5 | 45 PS bei 4500 1/min | 8 mkg bei 2500 1/min |
| DKW F102 | 1964-1966 | 1175 ccm | 81 x 76 mm | 1 : 7,25 bis 7,5 | 60 PS bei 4500 1/min | 10,5 mkg bei 2250 1/min |
| siehe auch:Funktionsbeschreibung - die Arbeitsweise des DKW-Zweitakt-Motors |