Motortestlauf
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Beim hier
gezeigten Motor handelt es sich um eine 1000 cm³-Maschine, welche ursprünglich in einem DKW-Munga ihren
Dienst verrichtete. Da der Motor fest und über den weiteren Zustand nichts
bekannt war, wurde er komplett zerlegt, wobei sich sehr schnell der desolate
Zustand der Kolben und Zylinderlaufbahnen zeigte. Ein Kolben zeigte die Spuren eines zurückliegenden Klemmers, einen anderen zierten
deutliche Einschlagsspuren auf dem Kolbenboden, irgendetwas muss in vergangenen
Zeiten einmal im Brennraum umhergeflogen sein. Weiter waren alle
Verdichtungsringe fest und das Laufspiel der Kolben stellte sich als jenseits von Gut
und Böse heraus, statt 0,07 mm waren bis zu 0,2 mm Laufspiel festzustellen.
Ganz im Gegensatz zum Zustand der Kolben zeigte sich die Welle nahezu von ihrer besten Seite, die vier Hauptlager zeigten alle den geforderten
"leichten und geräuschlosen Lauf", das Axialspiel der Pleuelfusslager
bewegte sich innerhalb der vorgegebenen Grenzen, lediglich ein Pleuellager
zeigte ein geringfügig zu großes Spiel.
Dass ein regulärer Betrieb des Motors mit diesem Kolbensatz nicht mehr möglich war ist verständlich, aber es stellte sich die Frage, ob es nicht möglich wäre, den Motor für einen kurzen Probelauf zur Beurteilung des Kurbelwellenzustandes zum Laufen zu Bewegen. So wurde der Motor schließlich mit einem Verdichtungsring pro Kolben (mehr waren nicht zu retten) und oberflächig vom Rost befreiten Laufbahnen wieder montiert, mit dem Zylinderkopf eines normalen 1000er-Motors versehen und mit den zum Probelauf benötigten Anbauteilen komplettiert.
Da der Motor kaum Kompression hatte (kein
Wunder, oder??) wurde in jeden Zylinder ein Spritzer Öl gegeben und der
Motor von Hand durchgedreht, dieses Öl dichtete den Spalt zwischen Kolben
und Laufbahnen ab und sorgte so für Kompression. Da dieses Öl im Betrieb natürlich sehr schnell ausgewaschen bzw. mitverbrannt
wurde (mit der entsprechenden Qualmentwicklung) waren nur sehr kurze Laufzeiten
möglich (ca. 20 Sekunden), weshalb auch keinerlei Kühlung von Nöten war. Die Welle zeigte sich auch in diesen kurzen Probeläufen
frei von mechanischen Geräuschen, das auf dem Video vorhandene Klappern
kommt von einem gelöstem Zündspulenhalter.